Ein toller Fund

Gerd Fritz schrieb am 13. Januar 2011 um 13:20 Uhr:

Beginne einen Blogpost damit, dass du deinen Lesern einen aktuellen, attraktiven Fund mitteilst, am besten aus den Medien, der Presse, dem Fernsehen oder dem Internet! Das ist ein guter Tipp. Beispielsweise eröffnet Mark Liberman im Language Log vom 12.01.2011 seinen Post zum Thema „Language skills and the law“ mit einem Hinweis auf einen aktuellen Zeitungsbericht über die Lage eines taubstummen Angeklagten vor Gericht. Gefühlte 66,6% der Posts in diesem Blog beginnen mit derartigen Funden.

Angst vor der Beschleunigung?

Gerd Fritz schrieb am 7. Januar 2011 um 12:10 Uhr:

Wenn wir über die Vorzüge von Blogs, Mailinglists, Open Peer Review oder Twitter nachdenken, fällt uns schnell (!) die Beschleunigung der Abläufe ein. Wer einen Aufsatz zur Publikation bei einer Printzeitschrift einreicht, muss mindestens 15 Monate warten, bis er publiziert ist. Auf einem Blog dauert es 15 Sekunden: „On ‚Language Log’, you can see your stuff published where everyone in the world can see it for free just 15 seconds after you write it, and you often have some feedback in 15 minutes. That’s improvement of four or five orders of magnitude. It’s scholarship on methamphetamins. Publication for speed freaks”. So schreiben die Betreiber des „Language Log“ Und da gibt es auch diese herrlichen Fälle, wenn ein Doktorand aus, sagen wir: Irkutsk, zu einem Problem keine Idee und auch keine Literatur hat und das auf seiner Mailinglist seinen Kollegen mitteilt. Innerhalb von 24 Stunden bekommt er 20 hochkarätige Hinweise, die ihm die Augen öffnen. Oder diese wunderbaren Momente, wenn auf einem Blog oder einer Mailinglist durch die schnelle Abfolge von Posts ein „Flow“ entsteht, wie bei einem guten Gespräch unter Kollegen in der Cafeteria. Da muss man nicht fragen, ob die Beschleunigung für die Beteiligten gut ist.

Survival of the newest? Sind wissenschaftliche Mailinglists vom Aussterben bedroht?

Anita Langenhorst schrieb am 19. Februar 2010 um 18:34 Uhr:

Seit Montag ist sie online – „sciencefeed”, eine neue Microblogging-Plattform, die speziell für Wissenschaftler gedacht ist und neue Wege der digitalen Wissenschaftskommunikation ermöglichen soll. „Share and discuss your opinions about research, scientific conferences, and science headlines” heißt es auf der sciencefeed-Website – das klingt im ersten Moment nicht sonderlich neu. Im Gegenteil – ganz ähnliche Formulierungen finden wir beispielsweise auch in den Beschreibungen wissenschaftlicher Mailinglists, die teilweise schon seit Anfang der 90er Jahre aktiv sind. Zugegeben – die Rahmenbedingungen sind etwas anders, aber beim Nutzungsprofil scheint es Überschneidungen zu geben. Eine gute Gelegenheit, um zu fragen: Was geschieht denn eigentlich wenn zwei oder mehrere Formate Ähnliches zu leisten versuchen? Welche Auswirkungen haben solche Konkurrenzfälle auf die „älteren” Formaten, die bisher für diese Zwecke genutzt wurden? Werden sie einfach von den neueren und innovativeren Formate abgelöst und sterben aus?

Kontroversenlust und Kontroversenscheu in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Gerd Fritz schrieb am 21. Juni 2009 um 14:44 Uhr:

Marcelo Dascal, ein hochkarätiger Wissenschaftstheoretiker, schrieb kürzlich: „Der kooperative Charakter der kollektiven Wissenskonstruktion wird oft betont. Aber am wichtigsten, besonders für die Kooperation selbst, ist die kritische Auseinandersetzung über Aussichten, Projekte, Vorgehen, Ziele und Theorien zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlergruppen. […] Kritik und Auseinandersetzung [sind] der Motor des Fortschritts […].“ Man kann hinzufügen, dass für die Novizen einer Wissenschaft die Beobachtung von Kontroversen zu den lehrreichsten Erfahrungen überhaupt gehört. Wenig später beschrieb der Literaturwissenschaftler Carlos Spoerhase als ein Beispiel für „Nicht-Kontroversen“ den gegenwärtigen Stand der Literaturtheorie aus seiner Sicht: „Ist die sogenannte Methodenvielfalt als eine Relation der Konkurrenz, der Komplementarität oder des ungeordneten Nebeneinanders zu rekonstruieren? Der Dissens, wie Literaturwissenschaft jeweils zu betreiben sei, führt häufig nicht zu einer Konfrontation; vielmehr wird der Konflikt zwischen divergierenden literaturtheoretischen Konzeptionen in eine grundlagentheoretische Gleichgültigkeit überführt.“

Ein Format kommt selten allein – Formatverknüpfungen in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Anita Langenhorst schrieb am 13. Mai 2009 um 11:46 Uhr:

Ein Format kommt selten allein: In wissenschaftlichen Mailinglisten-Diskussionen verweisen Beteiligte auf Beiträge in ihrem eigenen Blog, in Blogs tauchen Hinweise auf Listen-Diskussionen auf, Wikis werden mit Blogs verknüpft und so weiter. Die Infrastruktur des Internets lädt geradezu dazu ein, einzelne Beiträge über Hyperlinks miteinander zu verbinden und unterschiedliche Kommunikationsformate zu verknüpfen. Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man nun, dass es nicht nur ganz verschiedene Formen solcher Verknüpfungen gibt, sondern dass diese Verknüpfungen auch ganz spezifische Funktionen aufweisen, die das Nutzungspotenzial des einzelnen Formats erweitern. Anhand von konkreten Threadverläufen untersuchen wir, wie und warum solche Formatverknüpfungen zustande kommen. Hier sollen exemplarisch ein paar Beispiele skizziert werden.

„Boy am I glad I discovered this discussion!“ – Das geheime Qualitätsmanagement in Mailinglists und Blog-Diskussionen

Gerd Fritz schrieb am 2. März 2009 um 14:54 Uhr:

Qualitätsmanagement in der digitalen wissenschaftlichen Kommunikation ist ein großes Thema – zu Recht. Wenn man darüber nachdenkt, denkt man zuerst an explizite, institutionalisierte Verfahren wie die Bewertung von publizierten wissenschaftlichen Arbeiten in Online-Rezensionen oder die Diskussion von Preprints im Open-Access Peer-Review-Verfahren. Oder wir denken an die explizite Qualitätsbewertung von wissenschaftlichen Thesen oder Auffassungen in Online-Kontroversen. Zu diesen wichtigen Aspekten des Qualitätsmanagements werden wir in zukünftigen Blogs Beobachtungen und Überlegungen beisteuern.

Heute interessiert uns etwas Anderes: Es gibt unauffällige, aber ungeheuer wirksame Verfahren des Qualitätsmanagements, die implizit und meist unreflektiert angewendet werden und die man oft erst bei genauerem Hinsehen wahrnimmt. Am Beispiel von Dialogverläufen (Threads) in Mailinglists und Blogs wollen wir ein paar derartige Verfahren zeigen.

Blog-Beiträge aus TP IV

admin schrieb am 16. Januar 2009 um 12:00 Uhr:

Ab sofort werden wir hier in unregelmäßigen Abständen Blog-Beiträge zu interessanten Fragen aus unserem Projektbereich schreiben.